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Aufbau des Endmontageautomaten
Diese Station besteht aus 3 CNC-gesteuerten Achsen. Eine
Horizontalachse X, eine Vertikalachse Z, eine Einzelteil-Positionierachse
A. Die X- und Z-Achse sind Standard- Linearachsen mit Zahnriemenantrieb,
die X-Achse hat
dabei aufgrund der notwendigen Konstruktion eine relativ große Masse
von 31 kg zu bewegen. Die A-Achse ist eine
Drehachse die über ein Planetengetriebe an den Motor angebunden ist.
Die Motoren werden über +-10V-Schnittstelle von einer Siemens S7-300
mit CNC-Erweiterungsmodul FM357 gesteuert.
Das grenzwertige Problem
Es zeigte sich bei den ersten Inbetriebnahmeversuchen unseres
Auftraggebers, dass extreme Erschütterungen an der Anlage entstehen.
Da unmittelbar vor der Endmontagestation eine Prüfstation installiert
ist, war die Erschütterung nicht akzeptabel. Auch die Genauigkeitsforderungen
für die Positionierung am Endpunkt waren damit nicht erfüllbar,
die X-Achse hatte am Endpunkt einen erheblichen Überschwinger. Die
Erschütterungen erzeugten an der Mechanik Kräfte, die weit über
die erlaubten Grenzwerte hinaus gingen. Bei einem Versuch begann sich
der 1,5 Tonnen schwere Unterbau der Station langsam kreisförmig durch
die Halle zu bewegen.
Problemanalyse und Lösung
- Die
Bewegungen beim ersten Versuch waren CNC-gesteuerte Bewegungen, die
strikt nacheinander abliefen: Erst fuhr die X-Achse an den Endpunkt,
dann erst begann die Z-Achse mit ihrer Bewegung nach unten.
Lösungsansatz: In dem wir beide Achsen gleichzeitig versetzt
bewegten hatten wir mehr Zeit zur Vefügung, wodurch Kräfte,
Beschleunigungen und Geschwindigkeiten stark reduziert wurden.
- Eine CNC-Bewegung
ist gekennzeichnet durch eine Beschleunigungsphase, eine Phase mit konstanter
Geschwindigkeit und eine Abbremsphase. Die für die vorgegebene
Geschwindigkeit erforderlichen Beschleunigungen und die auftretenden
Kräfte sind dabei sehr hoch.
Lösungsansatz: Wir realisierten eine Bewegungsform, die bis
zur Mitte der Bewegung beschleunigt und von dort an stetig abbremst,
dadurch werden die geringstmöglichen Beschleunigungswerte erfordert.
Beide Maßnahmen
zusammen erzeugten eine derartigen Bewegungsablauf, der keine Erschütterung
an der Station mehr verursacht, bei der kein Überschwinger erzeugt
wurde, bei dem alle Grenzwerte für Kräfte und Drehmomente weit
unterschritten wurden.
Umsetzung der Bewegungen auf der Maschine
Die Bewegungen wurde mit speziellen Funktionen der
CNC-Steuerung in einem CNC-Programm abgebildet. Dieses Programm greift
auf mehrere Parameter zu, über die die Bewegung justiert werden kann.
Das Programm an sich liegt statisch auf der Steuerung und wird nicht verändert.
Der Maschinenbediener startet die Bewegung über ein Panel, das an
die S7 angebunden ist. Er kann über dieses Panel folgende Korrekturwerte
eingeben:
- Verschiebung der
Bewegung in X-Richtung
- Weg der Bewegung
in X-Richtung
- Verschiebung der
Bewegung in Z-Richtung
- Weg der Bewegung
in Z-Richtung
Ergebnis
Die Montagelinie konnte durch die Methoden der Bewegungstechnik
mit der gewünschten Geschwindigkeit in Betrieb gehen. Es konnte eine
Lösung für ein Problem geboten werden, das mit normaler CNC-Technik
nicht realisierbar gewesen wäre.
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